Die Erwartungen zu dem Gipfel im Palacio werden von Marina Quevedo wieder zusammengefasst, welche erneut durch die Gaceta Nacional interviewt wird:
"Grundsätzlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich beide Parteien auf eine Koalition verständigen. Ich halte es aber für ein noch sehr unrealistisches Szenario. Wir haben sowohl von der CONVERSADOR als auch von der Comunista gehört, dass wichtige Flügel der Parteien, eine Zusammenarbeit als äußerst kritisch betrachten oder gar komplett ablehnen. Man muss natürlich bedenken, dass hier zwei verschiedene politische Einstellungen vorliegen. Diese lassen sich nicht einfach unter einen Hut bündeln."
Was passiert wenn der Gipfel ohne ein Ergebnis scheitert?
"Für den Fall des Scheiterns - und dessen werden sich alle beteiligten bewusst sein - kommt es sehr stark darauf an, wen die Rolle des Schuldigen trifft. Hier wird das öffentliche Bild und natürlich dessen, was aus den Verhandlungen an die Öffentlichkeit tritt, ein sehr wichtiger Faktor sein. Derzeit müssen wir von einem Stimmungsbild ausgehen, bei dem sich keiner der Parteien sicher sein kann, bei einer stattfindenden Neuwahl als Sieger vom Feld zu gehen."
Hat die CONVERSADOR schon an Gesicht verloren?
"Definitiv ja, das kann man nicht anders formulieren. Die Kanzlerschaft ist unter einem guten Stern gestartet und ist dann gegen Ende etwas in Stillstand geraten. Das hat die Comunista aufgebaut. Auch wenn durch den Kanzler versucht wurde, die Teilautonomie von Tierra Para als seinen Erfolg zu werten, muss man doch bedenken, dass der Faden schon über seine Kanzlerschaft hinaus reicht. Seine Kanzlerschaft war weitgehend Farblos, was auch nicht an den Wählerinnen vorbeigegangen ist. Das merkt man durch zahlreiche Gespräche und daher wurde der Wahlkampf zuletzt auch so intensiv betrieben. Denn dem war man sich insgeheim bewusst. Nun sieht man sich auch dem Schreckgespenst gegenüber, was durch Fidel Vesoya verkörpert wird. Sollte die CONVERSADOR eine Koalition eingehen, arbeitet sie nun offen mit den Leuten zusammen, denen Sie immer eine Regierungstauglichkeit und Staatstreue abgesprochen hat. Aus (Stamm-)Wählersicht würde man sich zum Komplizen derer machen, die offen das System in dem wir Leben abschaffen wollen. Das würde sicherlich auf lange Zeit einige Stammwähler kosten. Hier stellt sich Parteiintern die Frage ob man das Risiko als Oppositionspartei zu enden nicht eingehen sollte. Oppositionsarbeit kann die Partei, dass hat sie bereits gezeigt. Auch würde es die notwendige Zeit für Veränderungen geben. Die Partei könnte die Zeit dahingehend nutzen sich neu zu organisieren und aus der Wahlniederlage zu lernen."