- Offizieller Beitrag
Der Morgen über Carcas war klar, von einem sanften Goldton durchzogen, der die Palmenalleen rund um den Palacio de las Palmeras in feierliches Licht tauchte. Die Stadt wirkte wie angehalten, als wüsste sie, dass an diesem Tag ein neues Kapitel in der Geschichte des Königreiches beginnen würde.
Im Inneren des Palastes bewegten sich die Gäste mit gedämpfter Stimme durch die breiten Marmorgänge. Diener in dunkelgrünen Livreen öffneten die schweren Türen zum Salón de las Artes, der bereits erfüllt war von einem warmen, schimmernden Licht, das auf den vergoldeten Stuckdecken tanzte. An den Wänden hingen großformatige Gemälde berühmter Maler des Königreiches—Szenen vergangener Regierungszeiten, Könige, Kanzler, Kriege und Friedensschlüsse, alle stumm beobachtend.
Der Saal füllte sich schnell. Diplomaten, Militärs, Vertreter der akademischen Gilden und der Staatsrat nahmen ihre Plätze ein. Auf dem erhöhten Podest in der Mitte stand ein kunstvoll gearbeiteter Tisch aus dunklem Mahagoniholz, auf dem die Verfassungsurkunde des Reiches lag—eingebunden in rotes Leder, die Ecken mit goldenen Beschlägen geschützt. Daneben wartete das königliche Siegel.
Dann, begleitet von den Fanfaren der königlichen Kapelle, trat Rey Emilio I ein.
Wenige Augenblicke später öffnete sich die Tür erneut. Adrián Guitiño de Nevárez, der designierte Kanzler, betrat den Saal mit ruhigen, bestimmten Schritten. Sein dunkler Anzug war schlicht, doch vornehmer Schnitt verlieh ihm ein würdiges Erscheinungsbild. Er verneigte sich kurz vor dem König, bevor er auf das Podest trat.
Emilio I sprach mit einer Stimme, die den Raum mühelos erfüllte:
„Adrián Guitiño de Nevárez, Sie sind erneut als Sieger der durchgeführten Kanzlerwahlen hervorgegangen. Das Königreich ruft Sie daher zu einem Amt, das sowohl Ehre als auch Bürde ist. Sie treten an, unser Volk zu leiten, unsere Stabilität zu wahren und unseren Fortschritt zu sichern. Sind Sie bereit, den Eid abzulegen?“
Guitiño legte eine Hand auf die Verfassungsurkunde während der Rey die Eidesformel vorliest:
"Ich schwöre meine Treue dem Rey und dem Reino, die Achtung und Wahrung der königlichen Gesetze und Verordnungen, die Aufrechthaltung der Verfassung sowie des montanesischen Staatswesen. Darüber hinaus schwöre ich, den Wohle des montanesischen Volkes zu wahren, Schaden von ihn zu wenden, den Staat und seine Bürger zu verteidigen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann auszuüben. So wahr mir Gott helfe"